Niederkassel wählte seine Sportler des Jahres

Der Stadtsportbund hatte in die „gute Stube“ am Rheidter Marktplatz geladen. Wie in den beiden Jahren zuvor belegten Mitglieder der Tischtennis-Gemeinschaft hervorragende Plätze.

Überraschend landete Noah Hersel erneut auf dem zweiten Platz. Da er aktuell beim deutschen Kaderlehrgang in Heidelberg war, vertrat ihn Vater Bernd bei der Ehrung. „Ich muss mich beeilen. Die haben die Handies nur von 21:40 bis 21:55!“ So die Antwort, ob der Sohn schon unterrichtet sei. Das war auch ein Hinweis auf das strenge Regiment der Bundestrainerin Eva Jeler.

Natürlich kam auch die naheliegende Frage, ob Bernd, als drittplatzierter Sportler Niederkassels der letzten 25 Jahre (Wahl 2017), noch gegen den Sohn gewinnen könne. Das „Ja“ kam wie aus der Pistole geschossen.

Den Spitzenplatz erreichte der zweimalige TTG-Vereinsmeister Sascha Stegemann. Locker und humorvoll plauderte er über seinen Weg bis zum FIFA-Schiedsrichter (seit Januar 2019). Er beschrieb den Weg durch die Fußball-Bundesliga als „die beste Charakterschule“. Die Entscheidung gegen das Tischtennis war nicht leicht, aber rückblickend absolut richtig. „Wir durften die Handies behalten!“ war die passende Replik auf die Frage, warum es Richtung Fußball ging. Sascha ist immer noch TTG-Mitglied und fühlte sich im Kreis seiner „Ehemaligen“ spürbar wohl.

Am Wochenende davor hatte sich Noah in Hessen bei den deutschen Top 48 U15 einen sehr starken Platz 29 geholt.

Er hatte zuvor bereits bei den Mini Europameisterschaften Ende August in Straßburg kräftig mitgemischt und 13 von 14 Spielen gewonnen.( Platz 17. von 117 Teilnehmern).

Beim nachfolgenden Turnier, dem Euro Top 14 in Lüttich konnte Noah nicht starten, weil die Bundestrainerin ihn für das zeitgleich stattfindende DTTB Top 48 nominiert hatte.

Hier muss man wissen, dass dort die Altersgrenze bei 14 Jahren lag. Bleibt unser Youngster am Ball, könnte er noch die kommenden drei Jahre in dieser Altersgruppe starten. Mit vier Erfolgen, auch gegen Teilnehmer, die am Ende weit vor ihm lagen, war man mehr als zufrieden. Auch Bundestrainer Jörg Rosskopf und Trainer-Legende Helmut Hampl schauten vorbei. Ob letzterer dort einen Nachfolger seines „Schützlings“ Timo Boll entdeckt hat?